• Verena Ofarim

Raus aus dem Käfig

Aktualisiert: 14. Juli 2020

Mache Dich frei. Freiheit beginnt in Dir. Freiheit beginnt bei Deinen Gedanken und Deinem Bewusstsein. Das Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe begleitet mich seit geraumer Zeit: "Ich ging im Walde, so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn."

Die erste Strophe vermittelt eine Einstellung, die manchen Haltungen der heutigen Zeit mit all der Unruhe, funktionieren zu müssen und ihren Spannungen diametral entgegensteht.

So mancher wird sich jetzt fragen, -wie soll das denn gehen? Einfach vor sich hingehen? Nichts suchen? Keine Ziele? Kann ich mir das leisten? Das geht doch gar nicht! Aber darum geht es, um ein gesundes Gegenmodell zum zerstörerischen Alltag einer überhitzten Leistungsgesellschaft. Immer Höher, immer schneller, immer weiter. Und was kommt dann? Die Verse verweisen uns darauf, dass wir vielleicht der beruflichen und gesellschaftlichen Hektik nicht entkommen können, aber dafür uns in der Freizeit und auch im Alltag Inseln und Kraftplätze schaffen können, in welchen wir uns der Ruhe, der Achtsamkeit und der Stille hingeben können. In welchen wir uns dem Sein und unserer Seele widmen können und nicht das Haben verfolgen.

Was ist eigentlich die Seele? Aristoteles bezeichnete die Psyche als Seelenkraft, die Vorstellungen erzeugt und denken kann.

Auf Wikipedia heißt es: "Der Ausdruck Seele hat vielfältige Bedeutungen, je nach den unterschiedlichen mythischen, religiösen, philosophischen oder psychologischen Traditionen und Lehren, in denen er vorkommt. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge beim Menschen gemeint. In diesem Sinne ist „Seele“ weitgehend gleichbedeutend mit „Psyche“, dem griechischen Wort für Seele. „Seele“ kann aber auch ein Prinzip bezeichnen, von dem angenommen wird, dass es diesen Regungen und Vorgängen zugrunde liegt, sie ordnet und auch körperliche Vorgänge herbeiführt oder beeinflusst."

Die Autorin, Sabine Rückert, schreibt im Zeitmagazin:

"Die Seele ist der Grund, warum ein Mensch lebt. In der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments bläst Gott dem Menschen seinen Atem ein – und er atmet ebenfalls. Er ist jetzt belebt und "beseelt" durch den Lufthauch Gottes, ein Geschenk der göttlichen Macht. Jeder, der einen Menschen sterben sah, kann sich vorstellen, dass es eine Seele gibt. Wenn eine Person tot, also zur unbelebten, reinen Materie geworden ist, erkennst du sie nicht wieder. Da liegt sie, fremd, als hättest du sie nie zuvor gesehen. Eine Hülle. Das Leben, die Seele, ist raus. Andersherum bei der Geburt. Wer bei einer Geburt dabei war, versteht, was mit "Seele" gemeint ist. Da blickt dich plötzlich jemand an, der aus dem Nichts kommt. Und schreit den göttlichen Atem, der ihm eingeblasen wurde, mit aller Macht heraus. Der erste Schrei, der letzte Atemzug – das sind Erlebnisse, die als Begegnungen mit der Seele wahrgenommen werden."

"Wir sind keine menschlichen Wesen, die spirituelle Erfahrungen machen. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen". P. T. Chardin

In diesem Zusammenhang ist auch immer wieder die Rede von Körper, Geist und Seele. Wie wichtig es ist, genau hier eine Balance zu halten, wird uns im Leben fast täglich bewusst. Aus ganzheitlicher Sicht besteht jeder Mensch aus Körper, Seele und Geist. Nur wenn all diese Bereiche intakt sind und harmonisch zusammenspielen, kann Gesundheit entstehen. Umgekehrt hat jede körperliche Krankheit auch einen seelischen und einen geistigen Aspekt, den es in jeder ganzheitlichen Therapie zu berücksichtigen gilt. Siehe hierzu auch meinen Beitrag: "Affirmationen für Deine Gesundheit."

4 Strategien für Kopf, Herz & Seele:

1. Balance halten. Einen gesunden Ausgleich schaffen. Yoga und Meditation kann uns helfen wieder eine innere Balance und Stabilität zu bekommen und diese auch zu halten.

2. Ressourcen pflegen. Ressourcen sind Energiequellen und wir benötigen sie, um uns den Anforderungen, die jeder Alltag in sich trägt, stellen zu können. Selbstfürsorge stellt ebenso eine wichtige Ressource da. Siehe hierzu das Gedicht "Schale der Liebe".

3. Muße walten lassen. Muße zu pflegen heißt, einmal keine Ziele zu verfolgen und sich der Stille und Ruhe hinzugeben. Schöpferisch werden, zu malen, zu singen, Garten-Arbeit, spazieren gehen oder einfach ein gutes Buch lesen.

4. Gewahrsein für das Hier und Jetzt. Mit Gewahrsein ist ein achtsames Verhalten gemeint, ohne Blick in die Zukunft oder in die Vergangenheit, was uns oft nur ängstlich oder ärgerlich macht. Ein Leben im Hier und Jetzt! Siehe hierzu auch meinen Blog-Beitrag zur MBSR

„Denke daran, dass die Gegenwart alles ist, was du hast. Mache das Jetzt zum Mittelpunkt deines Lebens.“ Eckhart Tolle


Interessante Berichte:


Zeit.de: "Psychologie: Was ist die Seele?"


Welt.de: "Quantenphysik: Die Seele existiert auch nach dem Tod".


Zusammenhang von Körper, Geist und Seele verstehen


Viversum: "Was ist die Seele?"


Eckhart Tolle: Jetzt!


Credit: jessica-joseph @unsplash

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