• Verena Ofarim

Achtsamkeit im Alltag durch MBSR

Aktualisiert: 6. Juni 2020

MBSR steht für Mindfulness-based Stress Reduction, welches mit achtsamkeits-basierter Stressbewältigung übersetzt wird. Dabei handelt es sich um ein 8-wöchiges, auf verschiedenen Meditationstechniken basierendes Übungsprogramm, welches von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn in den 1970er Jahren am Medical Center der Universität von Massachusetts/USA entwickelt wurde. Ziel ist es, Menschen mit psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Gleichzeitig eignet sich der Kurs hervorragend für Menschen, die an Achtsamkeit interessiert sind und die die Haltung der Achtsamkeit erlernen möchten, um ein gelasseneres, befriedigenderes Leben zu führen.

Die inneren Antennen sind auf Empfang gestellt, gewohnte Reaktionsmuster werden unterbrochen, Geist und Körper können in neue Erfahrungswelten eintauchen. Somit ist Achtsamkeit Basis für emotionale und geistige Freiheit. Mit ihr üben wir in Situationen von Schmerz, Stress und unangenehmen Gefühlen nicht mehr automatisch gegen alle Unannehmlichkeiten anzukämpfen, der Geist wird ruhiger und gelassener, wir gewinnen neue Perspektiven. In vielen Medienberichten und Büchern wurde in den letzten Jahren über Stressbewältigung durch Achtsamkeit informiert. Zeitschriften wie z. B. Der Spiegel, Focus oder Psychologie heute widmeten MBSR ihre Titelstory, Wissenschaftsmagazine in 3SAT oder RBB berichteten von diesem wirkungsvollen Mittel, den Herausforderungen des Lebens mit mehr Gelassenheit und Zuversicht zu begegnen.


Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn und seine MitarbeiterInnen an der Universitätsklinik von Massachusetts entwickelten vor nunmehr 40 Jahren an der in diesem Zusammenhang gegründeten Stress Reduction Clinic das Trainingsprogramm MBSR. Als ganzheitlicher Ansatz verbindet es Erkenntnisse aus östlichen Methoden der Geistes- und Körperschulung mit Forschungsergebnissen aus Medizin und Psychologie. Ergebnis ist die Achtsamkeitspraxis. Heute wird MBSR sowohl in den USA als auch in Europa im stationären und ambulanten Bereich, in pädagogischen und sozialen Institutionen und auch in Unternehmen gelehrt.

Forschungen zeigen deutliche und nachhaltige Erfolge in vielen Fällen, etwa bei:

-Psychosomatischen Beschwerden

-Innerer Unruhe und Nervosität

-Schlafstörungen und Unkonzentriertheit

-bei Chronischen Schmerzen

Wie kann der MBSR-Kurs helfen?

In dem Kurs zur Achtsamkeitsbasierten Stressbewältigung (Mindfulness-based Stress Reduction = MBSR) üben wir uns in Achtsamkeit. Achtsam zu sein bedeutet, bewusst, in einer Haltung von liebevollem Mitgefühl, im gegenwärtigen Moment aufmerksam zu sein, ohne zu bewerten. Wir üben uns in Achtsamkeit an Hand von vier formalen Meditationstechniken:


1. Achtsame Körperwahrnehmung (Bodyscan) Als Meditationsobjekt dienen hier die Körperempfindungen, wodurch unsere Körperwahrnehmungsfähigkeit, welche wir im Lauf unseres Erwachsenwerdens leider sehr oft verloren haben wieder reaktiviert wird. Wir lernen unsere Körpersignale erneut wahrzunehmen und einzuordnen, um dann gegebenenfalls früher gegensteuern zu können, wenn uns etwas nicht gut tut. Durch die Konzentration auf die Körperempfindungen kann eine Beruhigung des Geistes eintreten.

2. Achtsame Bewegungen im Liegen und Stehen (Yoga) Als Meditationsobjekt dienen die Körperempfindungen im bewegten Körper. Hierdurch wird unsere Körperwahrnehmungsfähigkeit in Bewegung geübt und eine achtsame Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper sowie mit unseren Überzeugungen bezüglich des Körpers findet statt. Dadurch kann eine Beruhigung des Geistes eintreten.

3. Sitzmeditation: Als Meditationsobjekte dienen zunächst der Atem und später alle inneren Phänomene. Diese sind Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle, Emotionen und Impulse. Die achtsame, nicht-wertende, gelassene Beobachtung aller Phänomene kann zu einer inneren Sortierung, Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit und zur Beruhigung des Geistes führen. Wir können in dieser Übung in sehr engen Kontakt mit dem Leben, der Lebendigkeit in uns kommen und erfahren, dass wir viel mehr sind, als all diese Phänomene.

4. Gehmeditation: Als Meditationsobjekt dienen die Körperempfindungen beim Gehen. Die Gehmeditation dient dazu, eine Brücke in den Alltag zu bilden. Das Gehen im Alltag bietet wunderbare Möglichkeit, achtsam bei den Körperempfindungen zu sein.

Warum machen immer mehr Menschen Achtsamkeitskurse?

Die Menschen sind in der heutigen Zeit großem Druck ausgesetzt. Neue Technologien, die uns das Leben eigentlich erleichtern sollten führen dazu, dass wir immer mehr in immer kürzerer Zeit erledigen müssen. Wir haben ständig das Gefühl zu wenig Zeit zu haben, stehen unter massivem Leistungsdruck und können unser Leben selten so gestalten, wie es für uns passend wäre. Dazu kommt, dass wir uns selbst immer mehr unter Druck setzten. Wir wollen alle beruflich erfolgreich sein, dazu liebevolle, empathiefähige Partner und/oder Eltern, körperlich fit und attraktiv bis ins hohe Alter u.v.m.. Wir gehen häufig über unsere Grenzen, ignorieren unser Bedürfnis nach Ruhe, Frieden und Ausgeglichenheit. Der große langandauernde äußere und innere Stress kann auf die Dauer zu einer Dekompensation unserer Seele und unseres Körpers führen und uns krank machen.

Siehe hierzu auch meinen Blog-Beitrag: "Feeling is healing".

Ich persönlich kann die Achtsamkeitskurse bei der lieben Michaela Doepke sehr empfehlen und das Achtsamkeitszentrum München, Treffauerstr. 19. Hier habe ich an dem Vorbereitungsseminar für die MBSR Ausbildung teilgenommen.

Ebenso werden auch immer wieder Kurse im Buddhas München, Klarastraße 4 angeboten.

Mehr Informationen findest Du hier:

https://www.mbsr-verband.de/mbsr-mbct/mbsr.html

Achtsamkeit auf den Körper: Bodyscan

Bodyscan verstehen und richtig üben

https://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Kabat-Zinn

http://meditation-in-der-medizin.de/ueber-mbsr/1-was-ist-mbsr/

https://www.center-for-mindfulness.de

https://buddhahaus-muenchen.de

Buch Tipps:

Der Elefant, der das Glück vergaß: Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden von Ajahn Brahm

Das 6 Minuten Tagebuch von UrBestSelf

Achtsamkeit für dich - 50 Karma-Kärtchen: Schön gestaltete Achtsamkeitskarten in Geschenkbox zur Stressbewältigung im Alltag.

Das kleine Buch vom achtsamen Leben: 10 Minuten am Tag für weniger Stress und mehr Gelassenheit von Patrizia Collard



Credit: nicole geri @unsplash

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